Entwicklung bei der Betriebsprüfung

Entwicklung bei der Betriebsprüfung

Die Betriebsprüfung setzt zunehmend  ein neues  Prüfungskonzept ein, das versucht,  durch an die Wirtschaftsprüfung angelehnte Methoden Auffälligkeiten in den bereitgestellten elektronischen Daten zu erkennen. Damit werden die dem Finanzamt  mit der elektronischen Bilanz (E-Bilanz) übermittelten Daten verstärkt für Prüfungszwecke genutzt. Die neue Methode „summarische Risikoprüfung“ (SRP) basiert auf festgestellten Auffälligkeiten. Die SRP versucht zunächst einmal  betriebswirtschaftliche Profile bereitzustellen, die es dem Betriebsprüfer ermöglichen sollen, die Prüfungsergebnisse seriös zu beurteilen und Anhaltspunkte für seine Prüfungstätigkeit zu geben. Dies erfolgt vor allem durch eine bundesweite Vernetzung der Betriebsprüfer im Rahmen des Projektes SRP. Hierzu wird versucht, Branchenerfahrungen mit betriebsnahen Erwartungen zu vergleichen und ein betriebswirtschaftliches Profil des zu prüfenden Betriebs zu erstellen. Dabei werden berücksichtigt:

  • Regionale Gegebenheiten
  • Absatzwege
  • Umsatz und Gewinnzahlen der Branchen
  • Rohgewinnaufschlagssätze
  • Ermittlung von Produktivität und Rentabilität
  • Marktauftritt des Betriebs (vor allem auch Internetrecherche)
  • Erfassen von Prozessabläufen 

Durch die neue Prüfungsmethode soll der Prüfer im Rahmen der Prüfung Auffälligkeiten schneller erkennen und überprüfen können. Die SRP will die Masse der digital zur Verfügung gestellten Daten durch Vergleiche und Visualisierungen (Grafikdarstellungen, auch mehrdimensional) für den Prüfer erkennbar machen. Funktion der SRP ist es, mit einem Vergleich zwischen dem IST- und dem SOLL-Zustand  Manipulationen aufzudecken.

Da mögliche Abweichungen von den erwarteten Zahlen eine Vielzahl von Ursachen haben können, sind Mandant und Steuerberater gefordert, die Ursachen hierfür festzuhalten und entsprechende Nachweise vorzuhalten. Gründe für Abweichungen von den erwarteten Zahlen sind z.B. Preisreduzierungen bei Überbeständen von Vorräten, Umsatzrückgänge durch neu auftretenden Konkurrenten, Preissenkungen bedingt durch aggressiv auftretenden Konkurrenten, Wechsel des Lieferanten, Diebstahl durch Mitarbeiter, Personal-Engpass, längere Krankheit von Mitarbeitern oder Geschäftsführung, Ausscheiden eines Mitarbeiters, der Kunden mitnimmt. Dies sind nur einige Beispiele. Je besser die Besonderheiten protokolliert werden, um so eher ist es möglich, Berechnungen der Prüfer zu entkräften.

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