Gesellschafterwechsel bei Personengesellschaft

Gesellschafterwechsel bei Personengesellschaft

Wenn ein Gesellschafter während des Jahres aus einer Personengesellschaft ausscheidet, kann es zu einer Verzerrung bei der Steuerbelastung kommen. Gewinnanteile aus der  Beteiligung an einer Personengesellschaft (GbR, OHG, KG, GmbH & Co. KG) sind einkommensteuerpflichtig mit dem persönlichen Steuersatz des Gesellschafters. Die Personengesellschaft selbst zahlt Gewerbesteuer. Diese Gewerbesteuer wird zu einem großen Teil  auf die Einkommensteuer ihrer Gesellschafter angerechnet. Auf diese Weise hat der Steuergesetzgeber eine  weitgehende Rechtsformneutralität geschaffen. Denn die GmbH zahlt lediglich 15 % Körperschaftsteuer.  Zum Ausgleich dafür führt bei ihr die Gewerbesteuer zu einer Definitivbelastung. Eine Anrechnung auf die Einkommensteuer des Gesellschafters findet nicht statt.

Dieses Modell gerät ins Wanken, wenn ein Gesellschafter während des Jahres aus der Gesellschaft ausscheidet. Es kann in diesem Fall  zu einer ungewollten und oft auch nicht bedachten Zusatzbelastung für den ausscheidenden Gesellschafter kommen.  Der  ausgeschiedene Gesellschafter muss den Gewinnanteil für die Zeit bis zu seinem Ausscheiden versteuern. Daneben noch den Veräußerungsgewinn. Aber eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer findet nicht statt!

Grundsätzlich wäre eine Anrechnung möglich. Die gesetzliche Vorschrift hierzu legt jedoch fest, dass die Anrechnung stringent gemäß dem allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssel erfolgen muss. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14. Januar 2016 (Az.:IV R 5/14) sowie einem Schreiben der Finanzverwaltung vom 3. November vergangenen Jahres ist die Vorschrift so zu verstehen, dass nur die am Jahresende verbleibenden Gesellschafter überhaupt die Gewerbesteuer anrechnen können.

Wer vor dem Jahresende aus der Gesellschaft aussteigt, dem droht demnach eine happige Mehrbelastung durch die Gewerbesteuer. Bei dem neu eintretenden Gesellschafter hingegen könnte die theoretisch mögliche Anrechnung verpuffen, wenn er, z. B. wegen Eintretens erst kurz vor Jahresende, noch keinen entsprechenden Gewinnanteil erhält und damit die an sich mögliche Anrechnung ins Leere läuft. 

< zurück zur Übersicht

arens + becker PartGmbB

Kanzlei für Steuerberatung + Wirtschaftsprüfung

Agrippinawerft 8
50678 Köln

Telefon: + 49 221 974525-0
Fax: + 49 221 974525-50

info_at_arens-becker.com

Arens + Partner