Kfz-Nutzung: keine Begrenzung des Privatanteils auf 50 Prozent!

Kfz-Nutzung: keine Begrenzung des Privatanteils auf 50 Prozent

Wird ein Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt, kann ohne Führung eines Fahrtenbuchs keine Begrenzung der Nutzungsentnahme auf 50 % der Kosten erfolgen. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 15.5.2018 (X R 28/15) entschieden.
Zur Begründung führt der BFH aus, dass eine Übermaßbesteuerung  verhindert werden kann, indem der Steuerpflichtige die Fahrtenbuchmethode verwendet. Den Aufwand für die Fahrtenbuchmethode setzt der BFH mit den sonstigen Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen bei der Ermittlung seiner Einkünfte gleich. Eine Unzumutbarkeit sieht er daher nicht.

Gerade bei voll abgeschriebenen Kraftfahrzeugen mit geringer jährlicher Fahrleistung führt die sogenannte 1-Prozent-Regelung oft zu unangemessenen Ergebnissen. Teilweise ist der durch die 1-Porzent-Regelung ermittelte Privatanteil höher als die gesamten Kfz-Kosten.
Hierdurch würde es durch den Privatanteil zu negativen Kfz-Kosten kommen. Für diesen Fall wurde die Möglichkeit der Kostendeckelung eingeführt. Der Privatanteil wird auf die Höhe der Kfz-Kosten gedeckelt. Das bedeutet, dass die als Betriebsausgabe abzugsfähigen Kfz-Kosten 0 Euro betragen würden. Dieses Ergebnis wird als ungerecht empfunden, weil die Anwendung der 1-Prozent-Regelung voraussetzt, dass das Kraftfahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Es wurde daher in der Fachliteratur die Auffassung vertreten, die Kostendeckelung dürfe nicht auf 100 Prozent der Kosten erfolgen, sondern auf 50 Prozent. Dieser Argumentation ist der Bundesfinanzhof nicht gefolgt.

Es  bleiben nur 2 Möglichkeiten: Entweder trotz des hohen Verwaltungsaufwandes ein Fahrtenbuch führen (ggf. mit elektronischer Unterstützung) oder zu prüfen, ob der betriebliche Anteil der Fahrten nicht unter 50 Prozent liegt. In diesem Falle käme die Anwendung der 1-Prozent-Regelung nicht in Betracht. Die betrieblich verursachten Kfz-Kosten wären dann mit dem betreffenden Anteil, z.B. mit 40 % steuerlich absetzbar. 

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