Risikoklassen

Risikoklassen

Bei der Bearbeitung von Steuererklärungen durch die Finanzverwaltung haben die Risikoklassen eine große Bedeutung. Die Funktionsweise ist Folgende: Alle Steuerfälle wurden bereits durch Beamte der Finanzverwaltung in eine von vier Risikoklassen eingestuft. Die Bearbeitung der Steuererklärungen erfolgt zunächst vollständig computergestützt. Kein Steuerfall wird (im ersten Durchgang) personell durch einen Beamten der Finanzverwaltung bearbeitet. Jeder Steuerfall durchläuft zunächst einen maschinellen Risikofilter, in dem mehr als 1.800 elektronische Bearbeitungsregeln beachtet werden. Erst nach der ersten maschinellen Bearbeitung landet der Steuerfall eventuell auf dem Tisch des Sachbearbeiters beim Finanzamt.

Die Risikoklassen sind Folgende:
Risikoklasse 1                    Fall mit hohem Risiko
Risikoklasse 2                    Fall mit mittlerem Risiko
Risikoklasse 3                    Fall mit geringem Risiko oder ohne Risiko
BP                                    BP-Fall

In Risikoklasse 1 befinden sich 5-6 % der Steuerfälle. Hier erfolgt die Bearbeitung fast immer durch die Qualitätssicherungsstelle (QSST). Auf dem Steuerbescheid ist die Bearbeitung durch die QSST ersichtlich! In der Risikoklasse 2 befinden sich etwa 30 % der Steuerfälle. In Risikoklasse 2 werden die sogenannten Prüffeldfälle eingeordnet. Hier wird nicht der gesamte Steuerfall geprüft, sondern einzelne Prüffelder, die von der Finanzverwaltung festgelegt werden und die vom Rechner der Finanzverwaltung identifiziert werden. Die größte Gruppe ist die Risikoklasse 3 mit 50 – 60 % aller Steuerfälle. Das sind die aus Sicht der Finanzverwaltung unproblematischen Fälle. Da hier kein Beamter des Finanzamtes mitwirkt, sondern der Bescheid vollautomatisch erteilt wird, kommt dieser je nach Arbeitsanfall in der Steuerverwaltung  bereits 2 -3 Wochen nach erfolgter elektronischer Datenübermittlung. Schließlich bleibt noch die letzte Risikoklasse, die BP-Fälle. Hier erfolgt keine Prüfung der Steuererklärung. Der Steuerbescheid ergeht  nach § 164 Abs. AO unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Eine spätere Änderung ist daher jederzeit und in vollem Umfang zulässig. Betroffen sind Fälle, bei denen eine Betriebsprüfung vorgesehen ist.

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