Unverzinsliche Angehörigen-Darlehen

Unverzinsliche Angehörigen-Darlehen

Wenn einem Unternehmer von einem Angehörigen ein zinsloses Darlehen gewährt wird, sind einige Punkte zu beachten. Das Darlehen muss dem sogenannten Fremdvergleich standhalten. Es sollte möglichst schriftlich vereinbart werden, klar und eindeutig sein und auch tatsächlich entsprechend dem Vereinbarten durchgeführt werden. Ist das nicht der Fall, wird das Darlehen steuerlich nicht anerkannt. Als Folge hieraus sind die Darlehenszinsen steuerlich nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Wird ein unverzinsliches Angehörigendarlehen gewährt,  ist es nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzhofs (Az. VI R 62/15) abzuzinsen. Dabei wird ein Zinssatz von 5,5 Prozent zugrunde gelegt. Die Höhe der Abzinsung ist von der Restlaufzeit des Darlehens abhängig. Die steuerliche Folge: Da das Darlehen in der Bilanz nicht mit dem Nominalbetrag, sondern mit dem abgezinsten Betrag angesetzt wird, erhöht die Differenz im Jahr der Darlehensgewährung den steuerlichen Gewinn. In den Folgejahren wird das Darlehen jeweils neu bewertet. Das führt zu Betriebsausgaben in Höhe des Zuschreibungsbetrages. Vorgenanntes gilt selbstverständlich nur für Angehörigen-Darlehen, die steuerlich anerkannt werden. Ausgenommen von der Abzinsung sind Verbindlichkeiten, bei denen die Restlaufzeit am Bilanzstichtag weniger als 12 Monate beträgt.

Aus vorgenannten Gründen empfiehlt es sich zu überlegen, ob nicht eine geringe Verzinsung, z.B. mit 1 Prozent, die bessere Alternative wäre. In Fällen mit einer geringen Verzinsung erfolgt keine Abzinsung!.

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