Behandlung „nicht verbrauchter“ Erhaltungsaufwand beim Tod des Steuerpflichtigen

Behandlung „nicht verbrauchter“ Erhaltungsaufwand beim Tod des Steuerpflichtigen

Bei Vermietungsobjekten im Privatvermögen besteht nach § 82b Abs. 1 EStDV die Möglichkeit, größere Erhaltungsaufwendungen auf 2 – 5 Jahre zu verteilen. Von dieser Möglichkeit wird häufig Gebrauch gemacht, um die Steuerbelastung zu optimieren.  Bei höheren Beträgen beispielsweise für den Einbau einer neuen Heizung, von neuen Fenstern oder einer Fassadensanierung kann ein sofortiger Abzug im Jahr der Durchführung der Maßnahme und Zahlung zu einem negativen steuerlichen Einkommen führen. In diesem Falle würde sich ein Teil der Kosten steuerlich nicht auswirken. Dies gilt es zu vermeiden! Doch wie ist zu verfahren, wenn ein größerer Erhaltungsaufwand auf fünf Jahre verteilt wurde, der Steuerpflichtige aber im dritten Jahr verstirbt?  Wie ist dann mit dem noch nicht „verbrauchten“ Erhaltungsaufwand zu verfahren? Diese Frage hatte das Finanzgericht (FG) Münster zu entscheiden (Urteil vom 11.10.2019, 10 K 3350/18, Rev. BFH IX R 31/19).

Möglich sind zwei Alternativen: Entweder der restliche Erhaltungsaufwand wird in der Steuererklärung des Verstorbenen im Todesjahr berücksichtigt. Das wären bei Verteilung auf 5 Jahre und Versterbens im dritten Jahr 60 Prozent im dritten Jahr. Oder die Erben führen den Erhaltungsaufwand fort. In diesem Falle wären im Todesjahr 20 Prozent zu berücksichtigen und den Erben verbliebe in den Folgejahren ein Abzug von 2 X 20 Prozent.

Das Finanzgericht Münster hat sich für die erste Variante entschieden, also 60 Prozent im Todesjahr. Der Steuerpflichtige hat gegen das Urteil Revision eingelegt, die das Finanzgericht auch zugelassen hat. Wie der Bundesfinanzhof entscheiden wird, ist offen. 

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