Kaufpreisaufteilung auf Grundstück und Gebäude

Kaufpreisaufteilung auf Grundstück und Gebäude

Beim Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses stellt sich die Frage, welche Beträge auf Grund- und Boden und auf Gebäude entfallen. Da nur der Anteil, der auf das Gebäude entfällt, steuerlich abgeschrieben werden kann, ist der Steuerpflichtige bestrebt, diesen Anteil möglichst hoch anzusetzen. Die Finanzämter überprüfen regelmäßig die erklärte Aufteilung. Sie setzen hierbei eine Arbeitshilfe des Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein.

Nun hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 21.07.2020 entschieden, dass die Arbeitshilfe des BMF untauglich zur Aufteilung eines Kaufpreises auf Grund- und Boden und Gebäude ist. Vielmehr ist im Fall einer streitigen Grundstücksbewertung das Finanzgericht gehalten, ein Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Grundstücken einzuholen.

Das hilft leider für die Steuererklärung nicht weiter. Hierfür soll wie folgt verfahren werden: Haben die Kaufvertragsparteien im Kaufvertrag keine entsprechende Aufteilung vorgenommen (= das ist der Regelfall), sind die Verkehrswerte für Grund- und Boden einerseits und für das Gebäude andererseits zu ermitteln. Die tatsächlichen Anschaffungskosten  -inklusive der Nebenkosten- werden dann nach dem Verhältnis dieser Wertanteile aufgeteilt. Als Grundlage für die Wertermittlung kann die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) herangezogen werden.

Enthält der Kaufvertrag eine Aufteilung, ist das Finanzamt an diese Aufteilung nur gebunden, wenn sie nicht offensichtlich unzutreffend ist. Es ist daher sinnvoll, im Kaufvertrag mit anzugeben, die die Aufteilung ermittelt wurde.

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