Kaufpreisaufteilung bei Grundstücken

Kaufpreisaufteilung bei Grundstücken

Bei erworbenen bebauten Grundstücken, z. B. bei Eigentumswohnungen,  gibt es häufig Probleme bei der Aufteilung des Kaufpreises in den Anteil für den Grund- und Boden und für die Aufbauten. Der Steuerpflichtige hat ein berechtigtes Interesse daran, den Anteil für den Grund- und Boden möglichst gering zu halten, weil die Abschreibung nur vom Gebäudeanteil berücksichtigt werden kann. Leider enthalten die notariellen Verträge in der Regel keine Aufteilung. Der Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat der Finanzverwaltung eine „Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises für ein bebautes Grundstück (Kaufpreisaufteilung)“  –sog. BMF-Arbeitshilfe zur Verfügung gestellt. Die Finanzverwaltung setzt diese Arbeitshilfe regelmäßig ein. In vielen Fällen ist der hiermit ermittelte Grund- und Boden-Anteil viel zu hoch. Der Steuerpflichtige hat dann nur noch die Möglichkeit, durch ein Sachverständigengutachten eines vereidigten Sachverständigen die Berechnung des Finanzamts zu erschüttern.

In einem anhängigen Verfahren (IX R 26/19) hat der BFH das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 14.08.2019 (3 K 3137/19) aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG Berlin-Brandenburg zurückverwiesen. In der Revision ging es um die Klärung der Frage, ob die vom BMF zur Verfügung gestellte Arbeitshilfe bei der Aufteilung eines vertraglich vereinbarten Kaufpreises auf Grund- und Boden und Gebäude für Zwecke der AfA-Bemessung zugrunde gelegt werden kann. Hieran hatte der BFH im Urteilsfall erhebliche Zweifel. Bitte beachten Sie, dass es in dem Urteilsfall um eine im Kaufvertrag vertraglich vereinbarte Kaufpreisaufteilung ging. Bei einer vertraglich vereinbarten Kaufpreisaufteilung hat man gute Karten, solange die Aufteilung nicht willkürlich erfolgte oder offensichtlich unzutreffend ist. 

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