Probleme bei der Überbrückungshilfe

Probleme bei der Überbrückungshilfe

Wie das Handelsblatt heute (30. Juli 2020) ausführlich berichtet, hat die neue Überbrückungshilfe erhebliche Startschwierigkeiten. Kleinunternehmen und Freiberufler haben bisher erst  knapp 11.000 Anträge gestellt, davon 2.504 in Nordrhein-Westfalen (Stand 25. Juli 2020).

Die Gründe hierfür sind, dass das Verfahren bürokratisch und technisch unausgereift ist. Weil es bei der ersten Soforthilfe teils zu Betrügereien gekommen ist, kann die neue Überbrückungshilfe nur über einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer beantragt werden. Dazu müssen sich diese zunächst registrieren lassen. Dabei gab es Schwierigkeiten durch technische Probleme, weil die Antragsplattform zunächst nicht rund lief.  In der Praxis erfordert die Stellung eines Antrags auf Überbrückungshilfe durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer durch das relativ komplizierte Verfahren eine erhebliche Bearbeitungszeit. Die Zeit läuft, da die Anträge nur bis Ende August gestellt werden können. Der Deutsche Steuerberaterverband fordert die Bundesregierung deshalb „mit Nachdruck“ auf, die Antragsfrist möglichst schnell zu verlängern.

Wer bekommt die Überbrückungshilfe? Hilfen können nur beantragt werden, wenn die Umsätze im April und Mai 2020 zusammen um mindestens 60 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen und die Erlöse auch zwischen Juni und August um mindestens 40 Prozent eingebrochen sind. Hierin liegt das erste Problem, weil viele Freiberufler von Monat zu Monat schwankende Umsätze haben. Da viele Soloselbständige ihren Gewinn durch Einnahme- Überschussrechnung ermitteln, kommt es auf den Zufluss der Einnahmen an. Hierdurch haben viele Unternehmen im April und Mai noch Umsätze gehabt, die aus  Leistungen resultieren, in den Vormonaten erbracht wurden.  Lediglich die Zahlungen der Kunden erfolgen im April und Mai.  Nachteilig ist auch, das nur Betriebskosten angesetzt werden und durch die zwangsweise Einschaltung eines Steuerberaters zusätzliche Kosten entstehen. In einer Umfrage sollen 80 Prozent der Soloselbständigen angegeben haben, dass sich der Aufwand für sie nicht lohne. 

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