Verkauf einer zuvor selbstgenutzten Eigentumswohnung

Verkauf einer zuvor selbstgenutzten Eigentumswohnung

Der Verkauf einer zunächst eigengenutzten Eigentumswohnung innerhalb der 10-Jahresfrist wurde bisher immer als steuerpflichtig nach § 23 EStG behandelt, wenn nach der Eigennutzung –vor dem Verkauf- eine Vermietung erfolgte. Nun gibt es eine Entscheidung des Finanzgerichts Stuttgart (Az. 13 K 289/17), die ein wenig Hoffnung gibt, in diesem Falle um eine Besteuerung des Gewinns herum zu kommen. Der Kläger hatte 2006 eine Eigentumswohnung erworben und diese bis April 2014 durchgehend selbst bewohnt. Von Mai 2014 bis Dezember 2014 vermietete er die Wohnung und verkaufte sie anschließend. Das Finanzamt ermittelte 44.338 Euro steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn, da realisierte Gewinne aus Immobiliengeschäften grundsätzlich innerhalb der Spekulationsfrist von zehn Jahren steuerpflichtig sind.

Hiergegen wandte sich der Kläger. Nach seiner Ansicht war der Gewinn nicht steuerpflichtig, da er die Wohnung im Jahre der Veräußerung und in den beiden vorausgegangenen Jahren selbst bewohnt habe. Dieser Meinung folgten die Finanzrichter. Der einschlägige § 23 EStG verlange keine ausschließliche Eigennutzung. Es genüge eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorausgegangenen Jahren. Diese müsse –außer im mittleren Jahr- nicht während des gesamten Kalenderjahrs vorgelegen haben.  Für diese Auslegung spreche auch die Gesetzesbegründung, so das Gericht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

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